Mittwoch, 11. Januar 2017

Tage wie dieser

Jeder kennt sie, Tage an denen man entweder am liebsten im Bett bliebe oder auf eine einsame Insel flüchten würde. Einfach nur, um seine Ruhe zu haben.

Das fängt bereits morgens an. Der Typ, mit dem ich gezwungenermaßen immer noch unter dem selben Dach lebe, poltert in der Küche herum, als würde er sie zu Kleinholz machen. Wahrscheinlich habe ich wieder einmal vergessen, die Einstellungen der Kaffeemaschine zurück zu setzen. So wie er den Kaffee möchte, oder whatever. Die Tatsache, dass ihm meine 2 Katzen und mein Hund auf die Nerven gehen, ignoriere ich ohnehin schon seit Jahren. Würde ich das nicht tun, hätten wir jeden Tag Riesenkrach. Und wieder einmal mehr denke ich, bin ich froh, wenn ich hier endlich weg komme. Das ist schon lange nicht mehr der Mensch, den ich geheiratet habe, in den ich mich verliebt hatte.

Meistens endet so ein Tag damit, dass ich abends, wenn ich mich waschen gehen möchte, einmal mehr fast ein Wettrennen mit ihm veranstalten muss, um zuerst ins Bad zu kommen.
Mindestens an 3 Tagen in der Woche geht das so. Ich gehe immer früher zu Bett, und sobald ich von der Couch aufstehe, Gute Nacht sage, mein Geschirr in die Küche trage und ins Bad will, steht er auch auf und geht ins Bad.
Ich weiß nicht wie oft ich ihn gefragt habe, ob er das mit Absicht macht, er könnte ja warten, er setzt sich ja im Anschluss sowieso nur wieder vor den TV. It is what it is. Und bald ist es vorbei.

In der Zwischenzeit bin ich wohl schwer beziehungsgeschädigt. Ich habe mir geschworen, wenn ich hier endlich raus bin, werde ich das Leben genießen und mit Sicherheit nicht so schnell in eine neue Beziehung gehen.Wenn überhaupt jemals wieder ....

Nachtrag (18:49 Uhr). Der Behälter für den Kaffeesud war voll. Ich hatte übersehen, dass die Maschine das anzeigt und daher nicht geleert.


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